Aufmerksame Pferde auf dem Paddocktrail

Kursbericht: Horsebond-Seminar Wuppertal

Miri von Meinfaible, Kati von Equinality und Alessa Neuner arbeiten unter dem Namen Horsebond zusammen und bieten regelmäßig zudritt Horsebond-Seminare an. Da ich alle drei schon bei Pfernetzt erlebt habe und dort von Katis und Alessas Vorträgen total begeistert war, war schnell klar, dass ich beim Horsebond-Seminar in Wuppertal dabei sein wollte.

Das Seminar ging über zwei Tage. Der Samstag war ein klassicher Seminartag mit theoretischem Input und praktischen Vorführungen. Am Sonntag gab es in überschaubarer Runde die Gelegenheit, den Mädels noch einmal bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Vor allem der Samstag war so voller Input und Ideen, dass ich euch im Folgenden meinen persönlichen Eindruck und das, was ich mir für mich am meisten mitnehmen konnte, wiedergeben werde. Wenn ihr alles wissen wollt, müsst ihr selbst ein Horsebond-Seminar besuchen, was ich euch wirklich empfehlen kann! 🙂

Samstag: Von Leichtigkeit und Motivation

Am Samstag starten wir direkt mit einem Austausch zwischen den etwa 25 Teilnehmern in den Tag. Bei den Gesprächen stellen sich schnell einige Gemeinsamkeiten heraus: Alle möchten ihrem Pferd ein guter Partner sein und an sich selbst arbeiten, um dem Pferd gerecht zu werden. Auch die Erfahrung, von anderen als bekloppt abgestempelt zu werden, weil man sich z. B. einfach mal nur auf die Weide zu seinem Pferd setzt und den Moment genießt, haben mehrere schon gemacht. Das hat mich einerseits gefreut und andererseits traurig gemacht: Weil es schön ist, dass es Menschen gibt, die ähnlich denken wie ich, aber auch schade, dass das offenbar so außerhalb der Norm ist, dass man damit gleich auffällt wie ein bunter Papagei zwischen lauter grauen Ringeltauben. Die Blicke der Pferdepflegerin, die mich mal ’ne halbe Stunde mit dem Pferd auf der Weide stehen sah, bevor ich es mit rein genommen habe (über die Gründe habe ich hier auch mal einen Blogartikel geschrieben), werde ich auch so schnell nicht vergessen…

Nomo, der faule Haflinger

Das erste Pferde-Mensch-Paar, das wir bei der gemeinsamen Arbeit beobachten dürfen, sind Kirsten und ihr bildhübscher Haflingerwallach Nomo. Die Vorgeschichte der beiden sieht so aus, dass Nomo vor allem in der Halle sehr schwer zu motivieren war und von diversen Trainern als typisch fauler Haflinger, dem man mal so richtig Dampf machen müsse, abgestempelt wurde. Als Kirsten erzählt, wie sie auf Anweisung eines Trainers wild mit dem Seil wedelnd hinter ihrem Pferd hergerannt ist, um ihn vom Fleck zu bekommen und wie schrecklich sie das fand, kann ich ihr das soooo gut nachfühlen. Kirsten ist auch so eine herzliche und freundliche Person, dass ich sie irgendwie gleich ins Herz schließe, obwohl ich kein Wort mit ihr geredet habe. Manchmal geht das auch ohne Worte. 😉

Über Miri ist Kirsten dann beim Clickertraining gelandet und das war, wie jeder im Raum sofort sehen kann, genau das Richtige für Nomo und sie. Nomo ist so supermotiviert bei der Sache, trabt mühelos an und ist alles, aber kein fauler Haflinger! Dabei ist es auch egal, ob Kirsten mit Strick oder frei arbeitet: Er folgt ihr freudig! Er grunzt auch jedes Mal vor Freude, wenn er findet, dass er gerade etwas besonders toll gemacht hat. Da geht einem direkt das Herz auf! Man spürt sein Selbstbewusstsein und seine Freude an der Zusammenarbeit mit Kirsten. Und auch Kirsten sieht mit Nomo einfach nur glücklich aus, sodass man sie vor Freude umarmen möchte. Das ist wirklich so schön anzuschauen! Kirsten und Nomo passen einfach super zusammen. Dass Kirsten am Anfang dolle Zweifel hatte, ob Nomo überhaupt das richtige Pferd für sie ist, kann ich mir überhaupt nicht mehr vorstellen, nachdem ich die beiden zusammen erlebt habe. Ein wirklich tolles Beispiel dafür, dass die Holzhammermethode keine Lösungen schafft, sondern nur noch mehr Probleme.

Faibles Zuhause: ein kleines Paradies

In der Mittagspause haben wir die Gelegenheit, uns mit den Stallbesitzern den Offenstall und den Paddock Trail vor Ort anzuschauen. Das Seminar findet auf dem Hof statt, auf dem Faible, Miris Stute, zuhause ist. Als wir das Stallgebäude betreten, sind die Pferde gleich zur Stelle und beäugen ihre vielen Besucher neugierig und mit gespitzten Ohren. Auch Faible ist natürlich dabei, und es ist ein bisschen kurios, dass ich mich total freue, sie mal live und in Farbe zu sehen. Verrückt, oder? Da kennt man ein Pferd aus dem Internet und freut sich, es „kennenzulernen“. Aber ich habe nunmal auf Miris Blog schon viel über diese besondere Stute gelesen und finde meine Freude insgesamt vertretbar.^^

Der Stallbestzer erklärt einiges über die Einstreu, die hier benutzt wird: Hippodung. Das sind Holzpellets, die mit Wasser aufgeweicht werden und bei richtiger Pflege für Arbeitserleichterung und ein gesundes, staub- und ammoniakfreies Stallklima sorgen. Das kannte ich vorher gar nicht, hört sich auf jeden Fall interessant an.

Im Stall, der ein ehemaliger Boxenstall ist, wurden die Trennwände entfernt und die Fenster zu Türen gemacht. Dadurch kann die Luft gut zirkulieren und ich als atemwegsgeplagter Mensch finde die Luft im Stall wirklich wahnsinnig gut. Draußen gibt es noch einen befestigten Paddock und den Berg hinauf dann einen wirklich großen Trail, auf dem die Pferde sich nach Lust und Laune bewegen können. Wir dürfen den Trail einmal gemeinsam ablaufen und ich bin wirklich angetan von diesem kleinen Paddock-Trail-Paradies.

Dass nicht alle Giftpflanzen auf den Wiesen entfernt werden, finde ich persönlich nicht so gut. Ich kann zwar die Argumentation verstehen, dass die Pferde rund um die Uhr so viel gutes Futter bekommen, sodass sie nie hungrig und verzweifelt sind und generell schon sehr selektiv fressen – und finde diese Tatsache auch wirklich ganz toll – trotzdem würde ich mir auf jeden Fall Sorgen machen, wenn mein Pferd so nah an Giftpflanzen käme. Gut möglich, dass ich da etwas hysterisch bin, aber so ist es nunmal.

Davon mal abgesehen ist es aber wirklich ein toller Ort für Pferde mit viel Platz und der Möglichkeit zur artgerechten Bewegung und einem erfüllten Herdenleben.

Faible und Miri: Verbundenheit

Nach der Mittagspause dürfen wir dann Miri mit ihrer Faible bei der Arbeit vom Boden aus beobachten, während Alessa und Kati immer wieder mit in den Dialog treten. Auch wenn Miri später findet, dass sie die Sache zu verkopft angegangen ist, macht es Spaß, den beiden zuzusehen. Faible ist wirklich ein wunderbares Pferd mit so einer besonderen Ausstrahlung. Man merkt auch sofort, wie vertraut Miri und Faible miteinander sind. Ich kann gar nicht im Detail sagen, was ich in dieser Einheit alles gesehen und erlebt habe, es ist bei mir einfach nur ein Gefühl von Vertrautheit, Leichtigkeit, aufeinander Achtgeben geblieben.

Da Miri gerade schwanger ist und das ihre Beziehung zu Faible auch noch einmal weiter intensiviert hat, ist es doppelt interessant, die beiden zusammen zu sehen. Es bleibt einfach ein schönes Gefühl, wie eng, leise und wunderbar die Beziehung zwischen Mensch und Pferd sein kann. Wenn man dann noch die Vorgeschichte der beiden kennt, kann man es wirklich auch hier wieder fast nicht glauben, dass so eine wahnsinnig positive Entwicklung möglich ist, nachdem am Anfang wirklich massive Probleme zwischen den beiden standen.

Ich bin beseelt von dieser Idee, was man alles schaffen kann, wenn man den richtigen Weg für sich und sein Pferd findet. Wie auch immer der jeweils aussehen mag. Aber da, wo andere aufgeben und ihr Pferd entweder brechen oder es weggeben, da haben Menschen wie Miri und Kirsten weitergemacht und nicht aufgehört, nach einem gemeinsamen, guten Weg für sich und ihr Pferd zu suchen. So lange, bis sie einen gefunden haben. Einfach toll!

Holly oder: Fass-mich-nicht-an

Das letzte Pferde-Mensch-Paar dieses Tages sind Maren und ihre bildhübsche Quarter-Arabermixstute Holly. Irgendwie sehen wir an diesem Tag NUR bildhübsche Pferde. Vielleicht liegt es an dem Ort, an dem sie leben dürfen? Ich weiß es nicht, aber ganz unmöglich ist es nicht. Holly sieht nicht nur ein bisschen so aus wie meine Pflegestute Jacky (die auch eine Quartermixstute ist), sondern ist ihr auch charakterlich ganz schön ähnlich.

Holly ist genau wie Jacky ein sensibles und introvertiertes Pferd, das nicht gern angefasst wird und seine Ablehnung auch klar kundtut. Ganz besonders hasst sie es, von fremden Menschen angefasst zu werden, aber auch ihre Besitzerin musste sich die körperliche Nähe zu ihr erst erarbeiten. Und auch sie muss achtgeben, dass sie Holly nicht zu viel anfasst. Holly hasst es, geputzt zu werden, was leider auch Jackys Meinung zu diesem Thema ist. Ich kann mich und Jacky in Marens Schilderungen über ihre eigenen Gefühle dabei und über das Verhalten von Holly teilweise so gut wiedererkennen, dass es mich echt erstaunt.

Hollys Vorgeschichte ist, dass sie ähnlich wie Nomo als faul und unmotiviert abgestempelt wurde. Dabei ist sie einfach nur besonders introvertiert und sensibel. So kann man sich täuschen! Maren hat, genau wie Kirsten mit ihrem Nomo, über Miri zum Training mit positiver Verstärkung gefunden. Und auch für Maren und Holly scheint das eine richtige Offenbarung zu sein, denn: Von einem faulen und unmotivierten Pferd kann ich auch hier wirklich rein gar nichts erkennen! Holly folgt Maren bedingungslos und selbst ohne Brille und aus der Entfernung kann ich es in ihren Augen blitzen sehen. Holly ist super motiviert und macht sowohl am Kappzaum als auch frei alles mit einer solchen Freude und einem Enthusiasmus mit, dass derjenige, der sie mal als faul bezeichnet hat, bei diesem Anblick an seinem Verstand zweifeln dürfte.

Was mir außer Hollys großer Motivation auch hier wieder auffällt, ist die Harmonie zwischen ihr und Maren. Maren ist so bedacht, so einfühlsam zu ihrem Pferd, dass es einfach sooo schön anzusehen ist. Da geht mir – schon wieder! – so das Herz auf. Mein Freund ist mit zum Seminar gekommen und auch ganz beeindruckt davon, wie die Zusammenarbeit mit einem Pferd aussehen kann: So ohne Berührung, aber voller Dynamik. Recht hat er. 🙂

Aufgrund der Ähnlichkeit zu mir und Jacky macht mir diese Begegnung wahrscheinlich besonders viel Freude, weil ich sehe, was möglich ist. Vielleicht kann ich mir mit Jacky auch so eine tolle, harmonische Beziehung aufbauen, irgendwann. Der Weg, den Maren mit Holly gefunden hat, ist eine großartige Motivation für mich. Natürlich ist Jacky nicht mein Pferd und ich bin nicht jeden Tag bei ihr, aber ich glaube trotzdem, dass das mit der Zeit möglich ist. Lustigerweise habe ich mit Jacky auch das Problem, dass sie oft nicht mit mir antraben mag – eine Lethargie, mit der Maren anfangs auch zu kämpfen hatte. Heute sehe ich eine Holly, die mühelos antrabt und gern und motiviert für Maren läuft. Die zum Abschluss sogar wild den Kopf werfend Quatsch macht, aus purer Lebensfreude. Es ist also möglich!

Es ist eine tolle Motivation, heute drei so wunderbare Pferde-Mensch-Paare zu sehen. So kann es sein, wenn man will, wenn man Geduld hat und die richtigen Lehrer findet. Toll! <3

Abschied für „Du musst“

Ein Wildpferd in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Dann gibt es da noch eine Erkenntnis, die in einem Satz wie nebenbei fällt und mich wie ein Hammerschlag trifft.

„Ich muss nicht präsent sein, nicht laut sein, wenn ich einfach nicht so ein Mensch bin.“

Als ich den Satz höre, verstehe ich zwar, was da gesagt wird, aber so richtig klick macht es erst, als ich abends zuhause sitze und darüber nachdenke, was ich an diesem Tag gelernt habe. Eigentlich weiß ich schon länger, dass ich einen gewaltfreien und partnerschaftlichen Umgang mit Pferden haben möchte. Also diese Vorstellung habe ich schon von Anfang an im Kopf und eigentlich dachte ich auch, dass ich das soweit verinnerlicht hätte. Trotzdem sind auf mich immer wieder diverse „Du musst!“s eingeprasselt, die mich glauben ließen, ich müsse mich für die Zusammenarbeit mit Pferden in eine Richtung verändern, die mir absolut nicht behagt:

„Du musst dich durchsetzen!“
„Du musst dem Pferd deine Stärke zeigen!“
„Du musst dem Pferd zeigen, dass du es ernst meinst!“
„Du musst dafür sorgen, dass das Pferd dich nicht verarscht!“

Und das ist mir auch in einem Kontext passiert, in dem man es erstmal nicht erwarten würde. Es gibt noch so viele mehr von diesen „Du musst!“s. Selbst in meiner noch so kurzen Pferdezeit (es ist grad mal ein halbes Jahr) sind mir da draußen schon so einige begegnet. Diese Aussagen haben mich so sehr verunsichert, dass ich wirklich dachte, ich müsste mich in meiner Persönlichkeit um 180° drehen, damit ich sinnvoll mit Pferden zusammenarbeiten kann. Weil sie mich sonst niemals „ernst nehmen“ werden. Dabei habe ich mich von Anfang an so unwohl mit diesen Sätzen gefühlt und wusste tief im Inneren, dass das nicht mein Weg sein kann. Aber ich kannte keinen anderen. Oder besser: Ich hab den Weg die ganze Zeit schon in mir getragen, aber ich konnte nicht an ihn glauben. Weil von außen immer wieder die Holzhammermethode auf mich eingeprasselt ist.

Manchmal braucht es nur einen Satz, um endlich zu verstehen. Dass jemand anders die eigenen Gedanken ausspricht und sie sich auf einmal so viel plausibler anhören. Ich bin Miri, Kati und Alessa unendlich dankbar für diesen Schubs. Diesen finalen Schritt, um die Erkenntnis wirklich zu verstehen und für mich anzunehmen. Ich glaube, Alessa hat den Gedanken ausgesprochen, ganz sicher bin ich mir aber nicht mehr. Wirklich, von Herzen danke.

Ich bin kein Holzhammermensch. Ich bin einfach nicht so und das ist vollkommen in Ordnung. Das heißt nicht, dass ich nicht an mir arbeiten müsste, im Gegenteil, es gibt viel zu tun… aber ich bin nicht grundfalsch. Ich muss nicht rabiat sein und muss generell nichts tun, was mir vom Innersten her widerstrebt. Wenn es sich falsch anfühlt, dann ist es falsch! So einfach ist das. Und doch so schwer war es, zu dieser Erkenntnis zu kommen. Umso wertvoller ist sie jetzt für mich.

Es behagt mir nicht, ein Pferd mit steigendem Druck zu etwas zu bewegen, das ihm möglicherweise aus irgendwelchen Gründen gerade Probleme bereitet. Ihm zeigen zu müssen, dass ich alleine entscheiden werde, was wir tun oder nicht tun. Ich möchte in leisen Tönen mit Pferden kommunizieren. Ich möchte dem Pferd ein Freund sein und nicht sein drill instructor. Und ich weiß sehr gut, dass ich von meiner Idealvorstellung noch weit entfernt bin. Dass ich meine Emotionen zu oft nicht im Griff habe und auch unfair werde zum Pferd, wenn ich überfordert bin. Aber ich kann das annehmen. Es ist mein Wegweiser in die richtige Richtung. Solange ich die vor Augen habe und kontinuierlich an mir arbeite, ist alles gut. Und das kann ich jetzt noch viel besser, weil keine falschen „Du musst!“-Vorstellungen mehr meine Sicht trüben.

Tschüss, liebe „Du musst!“s. Ihr müsst jetzt vor allem eins: Den Rückzug antreten! Ich muss gar nix, außer mein Verhalten vor mir selbst und vor dem Pferd verantworten. Was auch schon mehr als ausreichend ist. 😉

Sonntag: Einfach mal treiben lassen

Nach dieser (für mich doch sehr bahnbrechenden) Erkenntnis am Samstagabend habe ich ernsthaft in Erwähnung gezogen, am Sonntag gar nicht nochmal zum Kurs zu fahren. Ich fühlte mich so voll und gesättigt, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, was da noch kommen sollte. Zum Glück habe ich mich anders entschieden. Es hat sich definitiv gelohnt, für die zwei Stunden Morgenarbeit nochmal nach Wuppertal zu fahren.

Deutlich weniger Teilnehmer sind an diesem sonnigen Sonntagmorgen gekommen. In dieser kleinen Runde erwischen wir im Gegensatz zum Vortag auch einen Stuhl mit Rückenlehne. Mein Rücken ist erleichtert! Alles ist ein wenig entspannter, ruhiger.

Miri und Faible: von innen leuchtend

Miri und Faible lassen uns noch einmal an ihrem Zusammensein teilhaben. Und heute hat Miri keine Kopfprobleme mehr, im Gegenteil. Sie entscheidet sich fürs Reiten und beide strahlen einfach nur. Faible ist super kooperativ und trägt Miri Runde um Runde, während Kati Miris Sitz korrigiert. Es ist entspannt, es ist harmonisch, es ist einfach schön anzusehen. Faible und Miri leuchten beide von innen, und Miris Schwangerschaft ist sicher nur ein Teil der Erklärung. Die beiden zusammen sind einfach wunderbar.

Und lehrreich ist die Einheit für mich auch in technischer Hinsicht, denn auch wenn ich nicht alles sehe, was Kati sieht: Ich bin fasziniert davon, wie Unterricht sein kann. So eine Unterrichtsstunde möchte ich auch mal gerne haben! Alleine vom Zusehen kommt es mir schon vor, als hätte ich eine Menge gelernt.

Das liebevolle Doch

Auch Maren und Holly sind heute noch einmal da und werden von Kati begleitet. Ich kann mich tatsächlich an die Einzelheiten nicht mehr erinnern, geblieben ist aber auf jeden Fall ein Gefühl der Wärme und Verbundenheit zwischen Maren und ihrer hübschen Stute. Eins merke ich mir allerdings noch gut: Die Sache mit dem liebevollen Doch. Wenn das Pferd sagt, „Ich kann nicht!“ oder „Ich will nicht!“, dann muss unsere Antwort darauf nicht in jedem Fall ein „Na gut, dann nicht“ sein. Genausowenig muss man natürlich immer mit „Doch, du musst!“ antworten.

Wie so oft liegt die Lösung hier im Mittelweg und es ist an uns, zu entscheiden, welche Antwort nun wohl am besten zur Situation passt. Wenn wir zum Beispiel wissen, dass dem Pferd etwas schwerfällt, was ihm aber körperlich sehr guttun würde, können wir mit einem liebevollen „Doch, komm, probier einfach mal. Wir machen auch nur ein bisschen und danach kannst du dich wieder entspannen“ viel bewirken. Der Pferdekörper wird gestärkt, ohne dem Pferd psychisch zu schaden. Ich bin mir sehr sicher, dass das Pferd ein liebevolles Doch von einem erzwungenen „Du musst!“ unterscheiden kann. Damit können dann beide gut leben.

Fazit

Das Seminar mit den Horsebond-Mädels war für mich ein voller Erfolg und wenn es nächstes Jahr wieder einen Termin in Wuppertal gibt, bin ich sicher auch wieder dabei. Ich bin für mich persönlich einen riesen Schritt weitergekommen, weil ich jetzt endlich erkannt habe, dass ich meine Persönlichkeit nicht auf links drehen muss, um mit Pferden in Interaktion zu treten. Das ist so erleichternd!

Meine Kritikpunkte an diesem Seminar sind auch sehr übersichtlich. Was ich mir noch wünschen würde, sind Namensschilder für die Teilnehmer, damit es etwas persönlicher wird. Ich bin immer ganz schlecht im Namen merken und so ein Schild hilft da sehr weiter. 🙂 Das zweite sind die Sitzgelegenheiten. Wir haben den Samstag viele Stunden auf einer Bierbank sitzend verbracht und ab dem Nachmittag war das für meinen etwas angeschlagenen Büro-Rücken wirklich sehr unangenehm. Platz für eigene Klappstühle wäre aber vorhanden gewesen. Vielleicht kann man darauf in der Mail mit den Veranstaltungsdetails noch hinweisen. Oder man müsste zwischendurch öfter aufstehen. Eventuell sind das aber auch nur meine Alte-Menschen-Probleme. 😉

Ich komme auf jeden Fall gern noch mal wieder, wenn es die Gelegenheit gibt. Mit Klappstuhl dann vielleicht. 😉 Wenn ihr jetzt auch auf den Geschmack gekommen seid: Am 30. September 2017 gibt es noch ein weiteres Horsebond-Seminar. Das findet in Espelkamp (zwischen Osnabrück und Minden) bei Kati und ihren Pferden statt. Wenn ihr euch weiterentwickeln möchtet, kann ich euch das wirklich ans Herz legen.

4 Kommentare

  1. So ein schöner Text und inspirierender Kursbericht – ich kenne die drei Mäxels ja auch und kann mir vorstellen was für eine wunderschöne Stimmung in der Luft lag – jetzt habe ich noch mehr Lust endlich zu einem Horsebond-Seminar zu kommen ❤️

  2. Wow😄…Danke für Deine tolle Zusammenfassung des Horsebond-Seminars und Deine Beobachtung☺️…schade, dass wir uns nicht mehr persönlich kennen gelernt haben , aber wir haben an dem Samstag noch unser Hundebaby abgeholt. Es hat riesig Spaß gemacht, mit Nomo zeigen zu dürfen, was sich zwischen uns verändert hat. Und dennoch gibt es auch immer wieder Rückschritte und wir dürfen uns davon nicht davon entmutigen lassen.
    Hoffe auf’s nächste Mal in Wuppertal 😍👍🏻
    Ganz liebe Grüße von
    Kirsten und Nomo

    • Liebe Kirsten, wie schön, dass du den Beitrag gefunden hast! <3 Ja, total schade, dass wir nicht mehr sprechen konnten, ich würd mich mega freuen, wenn wir uns beim nächsten Mal wiedertreffen! 🙂 Das Hundebaby ist ja auch absolut Zucker, bis dahin ist es bestimmt schon ein halbstarker Racker! Und ich glaube, Rückschritte sind total wichtig, um weiterzukommen. Ich denk auch jedes Mal, och nööö, muss das jetzt sein... aber ja, muss es. Ganz liebe Grüße zurück an dich, Nomo und den Minihund! <3

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