Ein Wildpferd in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee

Wild und unfrisiert und frei von Sorgenfalten

Wildpferde sind kein alltäglicher Anblick. Umso toller ist das Erlebnis, sie beobachten zu können. Letztes Jahr hatte ich im Urlaub dieses große Glück: In den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden gibt es nämlich eine Herde Wildpferde, die man mit ein bisschen Glück frei beobachten kann. Natürlich bewegen sie sich „frei“ nur innerhalb der Grenzen des Nordholländischen Dünenreservats, aber das erstreckt sich immerhin über 20 km Breite und bietet den Tieren damit schon einen ganz ordentlichen Lebensraum.

Wir sind damals eine ganze Weile durch die Dünen gelaufen, bis wir die Pferde gefunden hatten. Während mein Freund sich ausschweifend mit dem Fotografieren von gelbschwarz-gestachelten Raupen beschäftigte, bin ich irgendwann ein wenig vorgelaufen. Es ging ein wenig bergauf, und siehe da… auf der anderen Seite der Düne waren sie! Die wilden Pferde!

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Ich war damals schon hin und weg von diesem fantastischen Anblick. Und das, obwohl Pferde zu der Zeit noch überhaupt gar keine Rolle in meinem Leben hatten. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, wäre ich so gerne nochmal dort und würde die Herdendynamik mit ganz anderen Augen sehen. Ich weiß noch, dass ich ein wenig Angst davor hatte, den Pferden zu nahe zu kommen. Schließlich sind Pferde ganz schön groß und schwer, und noch dazu kannte ich sie ja nicht persönlich. 😉 Ich würde es aber, glaube ich, heute genauso machen und mich nur vorsichtig annähern. Auch wenn die Pferde im Dünenreservat die Gegenwart von Menschen durchaus kennen, muss ich in ihren persönlichen Raum nicht unnötig eindringen. Dann benutze ich lieber mein Teleobojektiv, auch wenn das nur bei Sonnenschein wirklich gute Fotos macht (hier leider nicht im Bild). So viel Respekt muss sein. 🙂

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Wir haben uns damals einige Zeit genommen, um die Herde zu beobachten. Natürlich wussten wir nicht viel über Pferdeverhalten, aber es war trotzdem alles spannend anzusehen. Die Herde stand nicht die ganze Zeit zusammen auf einem Fleck, es bildeten sich immer wieder Grüppchen mit wechselnder Besetzung, Fellpflege wurde betrieben und auch mal ein Pferd in die Schranken gewiesen.

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Mir sind auch ein paar Aufnahmen gelungen, auf denen man ganz gut sehen kann, was für ausdrucksstarke Wesen diese Wildpferde sind. Mit ihren unfrisierten Mähnen und dem Blick ohne Sorgenfalten.

Ein Wildpferd in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Ein Wildpferd in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Ein Wildpferd in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Ein verträumtes Wildpferd in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Zwei Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Ein Wildpferd frisst frisches Gras in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Diese Pferde werden nicht vom Menschen beherrscht, sie beherrschen sich selbst. Und das finde ich verdammt schön anzusehen. Ich wünsche mir für unsere Hauspferde, dass ihr Leben so viel wie nur irgend möglich mit dem Leben dieser wilden Pferde gemeinsam hat. Von der natürlichen Regulation von Leben und Sterben mal abgesehen.

Ein zufriedenes Wildpferd in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Hier seht ihr das zufriedene Wildpferd, das die Vorlage zu meinem Bloglogo geliefert hat. 🙂

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Wildpferde in den Dünen bei Egmond aan Zee in den Niederlanden

Auf dem letzten Bild kann man sehr schön sehen, dass das Dünenreservat hier genau an das Städtchen Egmond aan Zee angrenzt. Während ein paar Hundert Meter entfernt der ganz normale Strandtrubel herrscht, grast die Wildpferdeherde hier in aller Ruhe zwischen den Dünen. Zwei Welten so nah beieinander. Ich bin sehr froh, dass wir die Pferde damals gefunden haben und ich freue mich schon sehr auf meine nächste Wildpferdebegegnung. In Dülmen bei mir um die Ecke gibt es ja auch wilde Pferde. Ein Besuch dort steht schon seit längerem bei mir auf dem Zettel.

Wenn ihr euch für Wildpferde interessiert und es spannend findet, was wir aus ihrem Verhalten lernen können, um unseren Hauspferden ein möglichst pferdegerechtes Leben zu ermöglichen, dann kann ich euch die Seite von Tierfilmer Marc Lubetzki empfehlen. Er verbringt seit einigen Jahren einen Großteil seiner Zeit mit der Beobachtung und dem Filmen von wilden Pferden in den verschiedensten Regionen der Welt. Auf seiner Seite gibt es ein kostenloses E-Book zum Thema Leithengste, auf seinem Blog postet Marc außerdem auch immer wieder tolle Texte. Ich finde es total faszinierend, mehr über das natürliche Pferdeverhalten zu lernen und gerade die Brücke zur Realität unserer Hauspferde ist genial.

Bei den Nordfalben gibt’s schöne Fotos und einige Infos zu einem Wildpferdeprojekt im bayrischen Aschaffenburg.

Konntet ihr auch schonmal Wildpferde beobachten?

5 Kommentare

  1. Ohh… ein Traum die Bilder 😍

  2. Genau, den Mark Lubetzki hätte ich dir jetzt auch empfohlen, wenn du ihn nicht schon genannt hättest ;-)) Tolle Fotos! Danke fürs Teilen.
    Übrigens gibt es hier bei mir um die Ecke auch ein Reservat: bei Eijsden, südlich von Maastricht. Die Koniks teilen sich dort die Uferweiden der Maas mit zotteligen Rindern (ich kenne die Rasse nicht mit Namen, aber sie sind schön-urig). Beide, die Pferde und die Rinder, sind relativ gut zu finden, wobei man bei den Pferden etwas mehr Glück haben muss, sie wandern wohl mehr und in kleineren Gruppen umher.

    • Sehr gerne! Danke für den Tipp, das ist ja cool, dass es doch noch so einige Orte mit Wildpferden gibt. Habe auf Twitter auch gestern von einem Wanderweg in Swalmen in den Niederlanden gelesen, auf dem man auch über Wildpferde stolpern kann. Schön 🙂

  3. Sorry, ich möchte gerne noch etwas nachschieben: Ich habe in Eijsden (siehe oberen Kommentar von mir) einmal eine etwas ungewöhnliche Situation mit einer Jährlingsstute erlebt, die nach meiner Meinung darauf hinwies, dass diese Pferde dort Menschen auch als Futterlieferanten kennen müssen – und damit meine ich nicht die Menschen, die sich um sie kümmern und bei Bedarf auch Heu vorlegen. Ich meine Spaziergänger, Besucher, die sind leider manchmal sehr dumm und nicht so natürlich-bedächtig, wie du es oben beschreibst. Ich habe gesehen, wie Hunde ohne Leine und ohne jeden Gehorsam mitten zwischen ruhig grasende Pferde rannten und viel Unruhe verursachten, inklusive hilflos schreiender Besitzer.
    Aber ich wollte von der jungen Stute erzählen: Wir begegneten einer kleinen Gruppe (1 erwachsene Stute, 2 Jährlinge, 2 Fohlen) unverhofft zwischen einigen Baum-/Buschgruppen. Die Einjährige, von der ich rede, kam auf mich zu und verlangte ohne viel Federlesens und ohne jede Distanz von mir etwas zu Fressen (Maul Richtung Rucksack, obwohl es dort nichts Essbares zu riechen gab, sie muss wohl diese Erfahrung gemacht haben). Die anderen Jungtiere näherten sich neugierig, bildeten einen Halbkreis um mich und ließen sich auch nicht mit dezenteren Signalen wegschicken. Ich hatte meine Freundin schon gebeten, sich mit dem Rücken zu einigen Bäumen im Hintergrund zu stellen, da sie nicht sehr vertraut mit Pferdeverhalten war. Ich sah in ein paar Metern Entfernung zu der erwachsenen Stute hin und fragte sie still, ob ich die freche Kleine, die schon begann, mir ihre Hinterhand anzudeuten, erschrecken dürfe. Ich wollte natürlich keinen Ärger mit ihr riskieren. Die Alte, vielleicht ihre Mutter, schien mir ein Ja zu signalisieren, das war jedenfalls meine Wahrnehmung. Dann sagte ich nochmal laut Nein und schickte die Einjährige lautem Klatschen weg. Weil das aber nicht funktionierte, stampfte ich plötzlich und heftig auf und wurde kurz laut. Da drehten die Joungsters ab. Die Alte/Mutter stand noch eine Weile vollkommen ruhig abseits und war, wie es mir schien, sehr einverstanden mit der Situation, bevor sie langsam mit den Jungtieren weiterwanderte.

    • Was für ein schönes Erlebnis! Also, zumindest zur Hälfte. Da hast du ja offenbar einen Draht zur Altstute gefunden! Dass das jüngere Pferd so aufdringlich wurde, ist natürlich weniger schön. Das kann ja auch gefährlich werden, wenn jemand sich nicht so mit Pferden auskennt… ohje. Solche Menschen, die sich wie Trampeltiere in der Natur aufführen, auf nichts Rücksicht nehmen und sich über nichts informieren, machen mich immer sauer. Das muss doch nicht sein…

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