Pfridolin Pferd: Und ich dachte, Reiten kann man lernen…

Pfridolin Pferd: Und ich dachte, Reiten kann man lernen…

Kennt ihr Pfridolin Pferd, den schriftstellerisch begabten Hannoveranerwallach, der sich selbst lieber als charismatischen Fast-Hengst bezeichnet? Er hat nicht nur einen eigenen Blog, sondern sogar auch schon einen Krimi geschrieben. Mit „Und ich dachte, Reiten kann man lernen…“ gibt es Pfridolins Geschichte nun auch gesammelt in einem Buch.

Los geht’s mit der ersten Begegnung zwischen Pfridolin und „der Frau“, wie er seine Besitzerin liebevoll nennt:

„Ich stand nichtsahnend in meiner Box, da fiel sie mir auch schon um den Hals – mit Herzchen in den Pupillen. Sie machte einen freundlichen, charakterschwachen Eindruck und hatte Leckerlis in der Tasche. Damals dachte ich mir nichts dabei. Heute weiß ich: Sie hat mich bestochen.“

Sitzschulung statt Piaffe

Ihr seht, Pfridolin ist ein aufgewecktes Kerlchen. Und er ist immer zu einem lockeren Spruch aufgelegt. Das Buch lebt von der witzigen Schreibe und dem gigantischen Augenzwinkern, mit dem die menschlichen Protagonisten dargestellt werden – vor allem die Frau, deren reiterliche Fähigkeiten Pfridolin zufolge so gar nicht zu ihren hohen Ansprüchen passen wollen. Das findet auch die Frau Reitlehrerin, die die Frau erstmal zu Bodenarbeit und Sitzschulung verdonnert, obwohl die doch viel lieber Piaffe und Passage reiten würde…

Ich habe ja noch nicht viel reiterliche Erfahrung gesammelt und habe mich trotzdem sehr oft wiedererkannt und musste lachen. 😉 Abgesehen davon, dass es wirklich sehr witzig ist, wie das Pferd so seine Umwelt und seine Menschen sieht (und aufs Korn nimmt), ist die Pferdeperspektive auch immer wieder lehrreich. Das ist so ähnlich wie bei „Tod im Misthaufen“, dem Pferdekrimi, der aus Pfridolins Sicht erzählt wird: Wissenswertes rund ums Pferd wird quasi nebenbei vermittelt, ohne dass es trocken oder belehrend wird. Ganz im Gegenteil, es ist oft zum Brüllen komisch. 😉

Grün vor Neid

Mein persönliches Highlight ist der Part über „den Mann“, der sich mehr aus Versehen als aus Verlangen auch mal aufs Pferd setzt und dank seiner unvoreingenommenen und tiefenentspannten Einstellung nach ein paar Reitstunden schon fast besser reiten kann als die Frau. Renvers? Travers? Schulterherein? Hat er schon gemacht, und das gar nicht schlecht. Ob das irgendwas Besonderes wäre? Die Frau ist grün vor Neid und der Mann guckt unschuldig. 😀 Ich finde das ganz besonders lustig, weil das bei mir so ähnlich ist. Mein Freund hat auch wegen mir mit dem Reiten angefangen, beschäftigt sich außerhalb des Unterrichts aber kaum mit dem Thema. Und deswegen kann er viele Sachen einfach besser als ich. Er denkt nicht groß nach und macht einfach. Grrr. 😉 Für mich ist das Zusammensein mit Pferden was ganz Besonderes, und ich will unbedingt, kann deswegen aber manchmal nicht so, wie ich gerne würde. Insofern: Touché. 🙂

Fazit

Ein witziges und selbstironisches Buch mit Geschichten aus dem Pferdealltag, augenzwinkernd erzählt aus der Pferdeperspektive. Wer Pferde mag und gerne lacht, wird seine Freude damit haben. 🙂 Einziger Kritikpunkt: Die Übergänge zwischen den Kapiteln sind manchmal etwas holprig, Formulierungen wiederholen sich da schonmal. Was daran liegt, dass es sich ursprünglich um einzeln verfasste, kurze Geschichten handelt. Darüber kann man aber ganz gut weglesen, weil die Überschneidungen immer nur ganz kurz sind. Wer dieses Buch mag, dem empfehle ich auf jeden Fall auch Pfridolins Krimi „Tod im Misthaufen“. 🙂

Weitere Meinungen zu Pfridolins Buch gibt’s hier:

Das Buch wurde mir von Pfridolin kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Mein Name ist Tina. Ich bin Anfang 30 und im Ruhrgebiet zuhause. Hier schreibe ich über das grüne Ruhrgebiet, schöne Ausflugs- und Reiseziele, Bücher und meinen Start ins Pferdemenschenleben als erwachsene Allergikerin. ;)

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