Geschmückter Osterbrunnen in der Altstadt von Arnsberg

Der Osterbrunnen in der guten Stube

Der Frühling kommt – und mit ihm rückt auch das Osterfest näher! Im sauerländischen Arnsberg gibt es einen tollen Osterbrauch, den ich im letzten Jahr erst für mich entdeckt habe: das Schmücken von Brunnen als Osterbrunnen! Der bunte Schmuck aus Eiern und Schleifen sieht nicht nur schön österlich, sondern auch ganz gewaltig nach Frühling aus. Vor allem, wenn sich zu den knallbunten Eiern auch noch der blaue Himmel gesellt. Aber ich wette, dass so ein Osterbrunnen selbst vor grauem Himmel schön aussieht! Zufällig steht der hübsche Osterbrunnen, den ich mir angesehen habe, inmitten einer wunderschönen kleinen Altstadt. Und dort in der guten Stube – wo sich ein Besuch auch vollkommen oster-unabhängig lohnt! Aber der Reihe nach…

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt, Detail

Jedes Jahr zur Osterzeit wird in Arnsberg der Maximilianbrunnen als Osterbrunnen dekoriert. Hunderte hübsch handbemalte Eier, bunte Bänder, Nadel- und Buchsbaumgirlanden strahlen dann bei gutem Wetter fröhlich und frühlingshaft mit dem blauen Himmel um die Wette. Und auch dieses Jahr ist es wieder soweit: Vom 9. bis 22. April 2017 wird der Osterbrunnen bunt geschmückt sein.

Letztes Jahr hatte ich zufällig im Internet davon gelesen und wollte den Brunnen unbedingt sehen. Da kam das wunderbare Frühlingswetter, das wir 2016 an Karsamstag hatten, gerade recht für einen Ausflug dorthin. Das war nicht so ein Ausflugs-Rumgeeier wie bei Zeche Zollern neulich, ha! Ich hab’s tatsächlich mal geschafft, einen Sonnentag vollständig sinnvoll zu nutzen und nicht erst kurz vor Sonnenuntergang aus meinem Loch zu kriechen.

Und ich muss sagen: Der Arnsberger Osterbrunnen ist vor knallblauem Himmel wirklich ein ganz tolles Frühlings-Fotomotiv! Meine 300 Fotos aus dem letzten Jahr sind digitale Zeugen meiner fast grenzenlosen Begeisterung. Das Aussortieren später war dann etwas aufwendiger als sonst. Ähem. Ich bin echt froh, dass wir mittlerweile digital fotografieren können. Ich glaube, zu analogen Zeiten hätte mich meine Fotografierwut ein wenig in den Ruin gestürzt.

Die Dekorationsgrundlage: der historische Maximilianbrunnen

Der Maximilianbrunnen in Arnsberg als Osterbrunnen geschmückt

Vorsicht: Wer sich für historische Hintergründe nicht so begeistern kann, springt am besten direkt weiter zur nächsten Überschrift. Für alle anderen hier ein paar Infos zu dem Brunnen, der an Ostern zur Dekorationsgrundlage wird. 🙂

Der Maximilianbrunnen steht schon seit über 230 Jahren auf dem alten Marktplatz in der Arnsberger Altstadt. Seit 1779, um genau zu sein. Die Brunnensäule aus Rüthener Sandstein ist größtenteils eine Stiftung von Kurfürst Maximilian Friedrich an die Stadt Arnsberg. Größtenteils deshalb, weil der namensgebende Kurfürst die Baukosten damals nicht komplett übernahm: Von den 603 Reichstalern gab er 450, den Rest musste die Stadt selbst aufbringen. Naja, im Nachhinein hat sich die Investition wohl gelohnt. 🙂

Die Brunnensäule, ein Obelisk, ist im Großen und Ganzen in ihrer Ursprungsform erhalten geblieben. Das Brunnenbecken existiert in der heutigen achteckigen Form allerdings erst seit den 1960er Jahren. Vorher gab es im Wandel der Zeiten verschiedene andere Versionen. In etwa den ersten 100 Jahren seiner sandsteinernen Existenz war der Maximilianbrunnen nicht nur ein hübsches Schmuckstück für den Marktplatz, sondern diente gleichzeitig auch noch zur Wasserversorgung der Arnsberger Bürger. 1886 fiel die Wasserversorgungsfunktion dann weg, weil ein Jahr zuvor an anderer Stelle ein leistungsfähigeres „Wasserwerk“ entstanden war. Seitdem ist der Maximilianbrunnen in rein dekorativer Springbrunnenfunktion ein Blickfang auf dem alten Marktplatz.

2015 wurde übrigens die jüngste, mehrjährige Restaurierung des Maximilianbrunnens abgeschlossen. Der Zahn der Zeit hatte doch einige Spuren hinterlassen, und so wurden unter anderem die Sandsteine auf dem Brunnenbecken ausgetauscht und die Inschriften an der Brunnensäule erneuert. Die Inschrift auf der Südseite wurde außerdem, das Ergebnis ist oben im Foto zu sehen, wieder neu vergoldet.

Beeindruckend: Die Restaurierung wurde nur durch großes ehrenamtliches Engagement und zahlreiche Spenden (immerhin ca. 11.000 €!) von Arnsberger Bürgern möglich. So organisierte die private Brunneninitiative zum Beispiel mehrere Brunnenfeste, um am Ort des Geschehens Spenden zu sammeln und die Arnsberger für den Erhalt ihres Brunnens zu begeistern. Leider ist der Gründer der Brunneninitiative, Hans Rath, vor dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten verstorben – sehr traurig. Aber er hat durch seine ehrenamtliche Arbeit eine Erinnerung geschaffen, die in Arnsberg hoffentlich nicht so schnell vergessen werden wird.

(Quelle für diesen Abschnitt: individuelle Recherche beim Arnsberger Heimatbund)

Das bunte Osterbrauchtum: der Osterbrunnen

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt

Nach diesem kleinen historischen Ausflug in die Brunnengeschichte nun zum Osterbrauch mit dem geschmückten Osterbrunnen, den ich bis vor kurzem gar nicht kannte und der mich so begeistert hat. Der Arnsberger Maximilianbrunnen bekommt also jedes Jahr am Wochenende vor Ostern ein buntes Osterkleid angezogen. Auch hier sind übrigens wieder ehrenamtliche Helfer mit von der Partie, wenn die ca. 1.000 bemalten Eier, die Girlanden aus Nadel- und Blätterzweigen und die bunten Schleifen am Brunnen befestigt werden.

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt, Detail

Sieht es nicht schön aus, wie die bunten Eier vor dem frischen Grün der Zweige in der Sonne strahlen? Und dann noch bei diesem tollen blauen Himmel! Ich war – und bin! – entzückt! Zur Osterzeit und zum Frühlingsanfang passt diese farbenfrohe Augenweide richtig gut. Schließlich sehnen wir uns nach dem meist grauen und trüben Winter doch irgendwann ziemlich nach ein bisschen Farbe und Sonnenschein.

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt, Detail

Wie man hier gut erkennt, sind die Eier alle echt und handbemalt. Richtig schön! Das erinnert mich ein bisschen an durchbastelte Kindertage. Die ausführenden Künstler sind hier übrigens Arnsberger Grundschulkinder. Ich finde, da ist definitiv das eine oder andere kleine Kunstwerk dabei. 😉

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt, Detail

Echte Eier sind zerbrechlich, weswegen auch immer wieder mal welche kaputt gehen. Die kaputten Eier werden dann ausgetauscht und durch neue ersetzt – was natürlich einen gewissen Aufwand bedeutet. Ich finde es super, dass der geschmückte Brunnen trotz regelmäßiger Eierbruchschäden frei zugänglich bleibt und kein womöglich hässlicher Zaun drumherum aufgestellt wird. So sieht es doch deutlich schöner aus und gerade für Kinder ist die Erfahrung so viel unmittelbarer, wenn sie sich den tollen bunten Eierschmuck aus der Nähe ansehen können.

Allerdings ist es im Gegenzug auch eine nette Geste von allen Osterbrunnen-Bestaunern, wenn sie sich an dem zerbrechlichen Schmuck umsichtig bewegen und nichts anfassen, damit möglichst wenig kaputtgeht. Und das auch ihrem eventuell vorhanden Nachwuchs beibringen. Respekt vor der Arbeit anderer und Rücksicht auf andere kann man schließlich nicht früh genug lernen. Oh Gott, ich will hier keinen Erziehungsratgeber schreiben, ich hoffe, ihr versteht mich richtig! Es soll einfach nur für alle so schön bleiben, wie es ist. Eigentlich eh klar.

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt, Detail

Der tolle Osterbrunnen-Brauch kommt aus Franken, wie ich herausgefunden habe. Es gibt ihn dort wohl seit ungefähr 100 Jahren, und das Brunnenschmücken ist dort immer noch recht weit verbreitet: In der Fränkischen Schweiz gibt es Osterbrunnen in etwa 200 Orten (mehr Infos hier)! Man kann dort sogar Kurztrips buchen und sich von Osterbrunnen zu Osterbrunnen kutschieren lassen (oder selbst wandern/mit dem Rad fahren). Ich überlege ernsthaft, das nächstes Jahr mal zu machen. Dieser bunte Osterschmuck gefällt mir einfach zu gut!

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt, Detail

Warum dieser Osterbrauch genau entstand, liegt heute ein wenig im Dunkeln. Was eigentlich komisch ist, schließlich sind 100 Jahre ja gar nicht so lang, dass das so verschütt gehen könnte. Eine Interpretation ist die, dass die Menschen mit dem kunstvollen Brunnenschmuck die Wasserquelle des Dorfs ehren und ihrer Dankbarkeit für das lebensspendende Element Ausdruck verleihen wollten. In der Fränkischen Schweiz herrschte wohl auch Wasserknappheit, sodass sauberes Quellwasser keine Selbstverständlichkeit war. Möglich ist aber auch, dass der Brauch aus rein touristischen Gründen entstand. Oder noch was ganz anderes.

Mir ist der historische Ursprung in diesem Fall aber gar nicht so wichtig. Selbst wenn der Brauch nur geschaffen wurde, um Touristen anzuziehen. Immerhin gibt es dadurch etwas schönes Buntes zu sehen, das den Frühling einläutet. Und das in Handarbeit, aus natürlichen Materialien hergestellt wird. Einen schönen Bericht über die Herstellung des Schmucks findet ihr beim Bayrischen Rundfunk.

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt, Detail

Nun ist Arnsberg ja nicht gerade umme Ecke von Franken – also war ich etwas verwundert, wie dieser Brauch wohl seinen Weg ins Sauerland gefunden haben könnte. Die Antwort bekam ich vom Verkehrsverein Arnsberg: Es war eine Familie mit fränkischen Wurzeln, die die Idee mitbrachte. Mittlerweile wohnt die Familie wieder in Franken, aber der Osterbrunnen wird in Arnsberg immer noch geschmückt – seit mittlerweile etwa 20 Jahren. Als ich 20 Jahre hörte, dachte ich übrigens: ach, 20 Jahre. Also so seit den 80ern. Dann wurde mir bewusst, dass wir vor 20 Jahren 1996 hatten und nicht 1986. Und plötzlich fühlte ich mich mindestens so alt wie der Maximilianbrunnen. Aber das nur als kleine Randnotiz.

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt, Detail

Maximilianbrunnen in Arnsberg als Ostrbrunnen geschmückt, Spiegelung

Hier spiegelt sich der Osterbrunnen nett in einem Fenster. Der bunte Osterschmuck bleibt übrigens immer noch etwa 10-14 Tage nach Ostern am Maximilianbrunnen. 2017 habt ihr bis zum 22. April noch die Chance. Wenn ihr also an Ostern selbst keine Zeit habt, könnt ihr auch danach noch hinfahren.

Die Osterhasen sind los

Die Arnsberger Osterhasen in Aktion

Nanu, das ist doch …? Genau! Den Osterhasen habe ich in Arnsberg auch gesehen. Beziehungsweise zwei seiner Osterhasen-Gesandten. Diese pelzigen Gesellen sind immer am Gründonnerstag und am Karsamstag vormittags unterwegs und verteilen Süßigkeiten und Blumen in der Altstadt. Eine süße Idee, oder? Für Kinder sicher ein Highlight! Ich meine, Fellkostüme und Schokolade. Ich hätte das früher super gefunden und hab mich auch heute noch drüber gefreut. 🙂 Und ich habe den beiden gleich mal etwas genauer in die Körbe geschaut:

Ein Korb mit bunten Tulpen und ein Korb mit Süßigkeiten von den Arnsberger Osterhasen

Ein Korb mit Süßigkeiten von den Arnsberger Osterhasen

Ein Korb mit bunten Tulpen von den Arnsberger Osterhasen

So schöne bunte Tulpen. Ich liebe Tulpen! Die Heimfahrt hätten sie bei mir aber wahrscheinlich nicht überlebt, deswegen habe ich mir stattdessen etwas Schoki schenken lassen. Schoki geht schließlich immer. 😉 Organisiert werden die Hasen übrigens vom Verkehrsverein.

Die beiden Osterhasen, die der Verkehrsverein Arnsberg an Gründonnerstag und Karsamstag Blumen und Süßes verteilen lässt

Das Foto ist leider ein bisschen verwackelt. Normalerweise fotografiere ich keine Menschen, zumindest nicht frontal… auch nicht in Hasenkostümen. Anscheinend zitterte mir da ein wenig die Hand vor lauter ungewohntem Zeitdruck. 😉 Daran arbeite ich dann wohl noch mal.

Die Arnsberger Osterhasen in Aktion

Hier habe ich mich noch mal paparazzimäßig an die fleißigen Langohren angeschlichen. Die Verkehrsvereins-Osterhasen verteilen nicht nur schöne Sachen, sondern helfen Ortsunkundigen auch bei der Suche nach dem richtigen Weg! 🙂

Die Altstadt: gemütliches Kleinod mit guter Stube

Die "Gute Stube" in Arnsberg mit Glockenturm und Patriziergebäude "Zur Krim"

Jetzt wird es aber langsam Zeit, dass ich euch über die Sache mit der guten Stube aufkläre: So nennen die Arnsberger den Alten Markt, also den alten Marktplatz, auf dem der Maximilianbrunnen steht. Die gute Stube wird von historischen Gebäuden gesäumt. Darunter sind die mittelalterliche Stadtkapelle St. Georg mit dem weißen Glockenturm, der das Wahrzeichen der Stadt ist; außerdem das Haus Zur Krim (1709), der Ratskeller und das Alte Rathaus (1710).

Altes Rathaus auf dem Alten Markt in Arnsberg

Alter Markt in Arnsberg

Aber warum eigentlich der Begriff „gute Stube“? Im Internet konnte ich dazu nichts rausfinden, also habe ich mal beim Arnsberger Heimatbund nachgefragt. Dort erklärte man es mir so: Als gute Stube bezeichnete man im Sauerland früher das Wohnzimmer einer Wohnung. Dieser Raum war ein repräsentativer Ort und dem Besonderen vorbehalten. Hier empfing man Besuch und aß sonntags oder an Feiertagen gemeinsam mit der Familie zu Abend; das profane Alltagsleben spielte sich überwiegend in den restlichen Räumen ab.

Diese Idee übertrug sich in Arnsberg offenbar irgendwann auf die Bezeichnung des Alten Markts, der auch ein Ort für das Besondere ist: Hier finden besondere Ereignisse der Arnsberger Brauchtumspflege statt, z. B. der Große Zapfenstreich der Arnsberger Bürgerschützen. Das Thema Schützenverein und Schützenfest wird im Sauerland ja traditionell sehr groß geschrieben. Von Arbeitskollegen hörte ich sogar mal die Aussage, dass Menschen, die beim Schützenfest ihres Vereins nicht erscheinen, weil sie zu der Zeit in den Uraub gefahren sind, auch gleich aus dem Schützenverein austreten können. Hier versteht der Sauerländer im allgemeinen also offensichtlich recht wenig Spaß. 😉

Alter Markt in Arnsberg

Die Arnsberger nutzen ihre gute Stube aber heute nicht nur für die besonderen Ereignisse, sondern auch als Treffpunkt mit Freunden. Im Sommer kann man auf dem Alten Markt schön draußen sitzen und ein kühles Getränk genießen. Oben auf den Fotos seht ihr auch schon die Tische vor dem Ratskeller stehen. Am Alten Rathaus gibt es ein Glockenspiel, das wohl passend zur Jahreszeit Volkslieder erklingen lässt. Und dazu plätschert leise der Maximilianbrunnen. Das Glockenspiel hat leider nichts vorgespielt, als ich dort war. Aber ich glaube, ich werde im Sommer mal die Außengastronomie in der guten Stube ausprobieren und überprüfen, ob die Arnsberger den Ort wirklich als ihr zweites Wohnzimmer verstehen und ob das Glockenspiel sich hören lässt. 🙂

Blick auf den Alten Markt und das Alte Backhaus in Arnsberg

Ob vertont oder nicht, die Altstadt finde ich richtig schön! Viel Fachwerk und Schieferfassaden, typisch Sauerland eben. Verwinkelte Gassen, hübsche Straßenlaternen, Blumenkästen auf den Fensterbänken. Außerdem beschaulich und ruhig. Natürlich weiß ich nicht, wie repräsentativ das ist, aber Karsamstag ist glaube ich gemeinhin schon ein potentiell überfüllter Tag für deutsche Innenstädte. Meine Vermutung ist, dass der große Trubelmob zum Shoppen eher nach Neheim fährt. Das ist ein Stadtteil von Arnsberg (früher eine eigenständige Stadt) mit wesentlich mehr Geschäften. Ich glaube, da kann man ganz gut einkaufen. Gut für mich: Wenn einkaufende Menschenmassen wegfallen, kann ich gemächlich durch die Altstadt schlendern und mir die Ruhe antun – perfekt! Wer sich wie ich nicht so gerne im dichten Gedränge aufhält, könnte in Arnsberg wirklich seine Freude haben.

Steinweg/Alter Markt in der Arnsberger Altstadt

Hier saßen wir ein gemütliches Stündchen draußen in der Sonne und haben uns Kaffee und Kuchen schmecken lassen. Ende März ist normalerweise echt noch nicht meine Saison fürs Draußensitzen. Aber dieser Tag war einfach ein perfekter Frühfrühlingstag mit genug Sonnenwärme! 🙂 Ein bisschen eingekauft haben wir übrigens dann doch noch, und zwar in einem hübschen Buchladen. Ich mag es ja, Bücher in kleineren Läden zu kaufen, auch wenn ich das meist nur für Spontankäufe mache.

Bücherschrank in der Arnsberger Altstadt

Wenn hier der Buchladen mal zuhat oder man nur ein Buch leihen möchte: Es gibt auch einen öffentlichen Bücherschrank in der Altstadt! Für uns war zwar nichts dabei, aber das Konzept finde ich toll. Einfach ein Buch rausnehmen, lesen, zurückbringen oder behalten. Und dafür vielleicht ein anderes reinstellen, das man nicht mehr braucht. Sogar mit Kinderfach! Na wenn da nicht an alles gedacht wurde? 😉 Und zum Lesen hinsetzen kann man sich auch gleich.

Bunte Streetart aus Lego in Arnsberg

Diese interessante Streetart aus Lego habe ich erst beim zweiten Vorbeigehen entdeckt. Ist das nicht cool? Auf die Idee muss man erst mal kommen! Ich weiß nicht, wer das wie und warum dort angebracht hat, aber es macht sich dort gut.

Alter Briefkasten in der Arnsberger Altstadt

Dieses Relikt aus einer anderen Zeit finde ich auch sehr hübsch, auch wenn es unten ein wenig rostet.

Friseurschild in der Arnsberger Altstadt

Was mir auffiel: Die Friseure haben hier wirklich hübsche Schilder an ihren Läden. Einmal mit goldener Schnörkelschrift und etwas weiter des Wegs dann eine goldene Schere mit goldenem Kamm und einem Vögelchen.

Friseurschild in der Arnsberger Altstadt

Das Arnsberger Stadtwappen und das Westfalenpferd auf dem Dach des Alten Rathauses in der Arnsberger Altstadt

Diese beiden Wappen auf dem Dach des Alten Rathauses habe ich fotografiert, ohne näher über ihre Bedeutung nachzudenken. Heraldik, also Wappenkunde, finde ich aber ganz interessant. Deswegen habe ich mal recherchiert, welche Wappen das sind. Der Adler ist das Stadtwappen von Arnsberg. Ergibt natürlich auch einen gewissen Sinn auf dem Rathausdach. 😉 Das steigende Pferd ist das Westfalenross, das auch im Landeswappen von Nordrhein-Westfalen vorkommt und dort den Landesteil Westfalen repräsentiert. Das Westfalenross zierte früher das Wappen des Herzogtums Westfalen; und das Vorbild dafür war wohl das springende Sachsenross, das man heute noch aus dem niedersächsischen Landeswappen kennt.

Schlossruine in der Arnsberger Altstadt

Wenn man von der Altstadt aus ein wenig (zum Schluss ein wenig sehr, aber nur kurz) bergauf geht, kommt man zur Schlossruine oben auf dem Schlossberg. Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) wurde die mehrfach umgestaltete einstige Burg leider zerstört. Übrig geblieben sind nur einige steinerne Überreste. Zum Glück aber auch der Knappensaal, ein Gewölbe im Berg. Dort kann man heute zu bestimmten Terminen ein feines Rittermahl einnehmen.

Skulptur bei der Schlossruine in der Arnsberger Altstadt

Oben auf dem Schlossberg steht diese Skulptur, über die ich nichts weiter weiß. Es gibt auch einige Sitzgelegenheiten dort und eine hübsche Rundumaussicht auf Arnsberg, die Ruhr und das Umland. Hier kann man sich bei gutem Wetter schön hinsetzen und ein kleines Päuschen machen.

Ausblick auf Arnsberg von der Schlossruine aus

Hinterher habe ich noch ein paar Orte gefunden, die wir irgendwie verpasst haben, die ich aber gern mal ansehen würde. Da wäre z. B. der Oberfreistuhl, ein Ort unter freiem Himmel, an dem im Mittelalter Gericht gehalten wurde. Der Oberfreistuhl ist in der Altstadt ausgeschildert, aber irgendwie sind wir trotzdem dran vorbei gelaufen. Er befindet sich in der Nähe der Schlossruine, aber unterhalb davon. Den Lichtturm muss ich auch unbedingt noch sehen. Das ist ein mittelalterlicher Wehrturm, in den eine begehbare Camera Obscura eingebaut wurde. Der Turm ist auch in der Altstadt ausgeschildert und wahrscheinlich nicht schwer zu finden. Wenn man sich den Text auf der Seite des Fördervereins so durchliest, gewinnt man, so finde ich, den Eindruck, dass die Arnsberger ganz schön erfinderisch und engagiert sind, wenn es um die Erhaltung von historischer Bausubstanz geht. Im unteren Gewölbe gibt es seit 2016 auch noch was tolles Neues: eine Kuppelprojektion à la Planetarium. Klingt interessant!

Arnsberger Osterbrunnen 2017

Bunte Ostereier am Osterbrunnen im Arnsberg

Hier einmal alles, was ihr für die 2017er-Version des Osterbrunnens wissen müsst:

Wo? Alter Marktplatz in der Arnsberger Altstadt

Wann? 9. bis 22. April 2017

Wann verteilen die Osterhasen wieder Schoki und Blumen in der Altstadt? Gründonnerstag (13. April 2017) und Karsamstag (15. April 2017)

Was gibt’s an Ostern noch in Arnsberg?

Fazit

Arnsbergs Altstadt ist ein tolles Ausflugsziel für alle, die gerne gemütlich durch hübsche Gassen mit Fachwerkhäusern und Schieferfassaden schlendern, fernab von Hektik und Trubel. Es gibt einige nette Cafés und Restaurants und man kann sich hier gut und gerne einen halben oder ganzen Tag aufhalten. Mein Ausflug am Karsamstag tat richtig gut! Die Sonne und diese Ruhe. Einfach toll! Ostern ist durch den schönen Osterbrunnen natürlich eine besonders gute Zeit, um nach Arnsberg zu fahren. Aber ich finde, dass sich ein Besuch auch jenseits von Ostern lohnt.

Wer gerne besondere Veranstaltungen besucht, wird vielleicht mit der Arnsberger Woche vom 19.-28. Mai 2017 fündig, mit Ruinenfest, Weinfest, Oldtimertreffen und verkaufsoffenem Sonntag. Für Kunst- und Kulturinteressierte ist vielleicht der Kunstsommer (19.-27. August 2017) was. Naja, das große Highlight für die eingefleischten Sauerländer unter uns ist natürlich das Schützenfest (1.-3. Juli 2017). Da ist es dann allerdings mit der von mir so gepriesenen Ruhe definitiv vorbei, denn die Sauerländer feiern laut und exzessiv. 😉 Und die Stadt wird sehr voll sein!

Als ich wieder zuhause war, habe ich letztes Jahr noch was Cooles gefunden: Man kann sich zu 13 Sehenswürdigkeiten was am Handy erzählen lassen! Wenn ihr also mal ohne Stadtführung in Arnsberg seid, aber trotzdem ein bisschen was über die Stadt erfahren wollt, könnt ihr euch quasi einen kurzen Audioguide per Handy anhören. Dazu müsst ihr jeweils eine bestimmte Nummer anrufen. Die Nummern und mehr Infos findet ihr in diesem Flyer im Internet, den ihr euch am besten vorher ausdruckt und mitnehmt. Wenn man dieses Angebot vor Ort mehr mitkriegen würde, wäre das natürlich noch besser. Falls es Schilder gab, habe ich sie übersehen.

Ich habe übrigens im Netz ein Foto gesehen, auf dem der Maximilianbrunnen mit Kürbissen geschmückt ist. Ich bin ein riesen Fan von Kürbissen! <3 Also muss ich wohl im Herbst auch noch mal nach Arnsberg fahren.

Die nächsten 300 Brunnenfotos warten schon!

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2017

2 Kommentare

  1. Deutschland hat so traumhaft schöne Ecken – und bei Dir hat das Wetter ja auch super mitgespielt. Ich war kürzlich auch zweimal kurz (beruflich, nur durchgefahren) im Sauerland und fand die Wälder und Seen so schön.

    Osterbrunnen kenne ich aus der fränkischen Schweiz und aus ganz Oberfranken, da gibt’s wunderschöne Brunnen. Vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr, darüber zu schreiben. Dieses Jahr lief mir irgendwie die Zeit davon… 😉

    • Ohja, das stimmt! Es gibt so viel zu entdecken! Das Sauerland habe ich auch total ins Herz geschlossen. Zum Glück bin ich ganz schnell dort, ist ja quasi nebenan vom Ruhrpott. Und: Auja, so ein Beitrag würde mich interessieren! Und ich würde ihn sogar jetzt noch lesen! 😉

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