Schwäne in Wallung, Magnolien in Blüte und Schwalben mit Turbo

Schwäne in Wallung, Magnolien in Blüte und Schwalben mit Turbo

Am Freitag hatte ich frei. Das ist immer eine gute Idee, aber dieser freie Freitag kam wirklich mehr als gerufen. Nach der Beseitigung des Schlafdefizits, das sich die Woche über angesammelt hatte, habe ich erst mal einen kleinen Solo-Ausflug in den Erinpark und den Stadtgarten in Castrop-Rauxel gemacht. Beides ist ziemlich bei mir umme Ecke, also kein großer Aufwand. Natürlich stand ich auf dem Weg trotzdem im Stau. In der Stadt. Na klar. Und als ich im Erinpark ankam, war die Sonne auch erst mal hartnäckig hinter einer riesigen grauen Wolke verschwunden. Aber schließlich hatte ich frei! Es machte mir also nichts aus… fast. Die ersten Bilder waren denn auch ziemlich fad und gräulich.

Förderturm von Zeche Erin mit Kirschblüten und ohne Sonne

Aber ich beschloss, einfach ein bisschen zu warten. Ich hatte ja Zeit und ein bisschen im Park sitzen hat noch niemandem geschadet. Also habe ich mich ein wenig am Rand des kleinen Teichs hingesetzt und die Vögel beobachtet. Sehr entspannend! Neben Kanadagänsen, Stockenten, Teichhühnchen und einem Schwanenpaar war auch ein kleines Rauchschwalbenrudel vor Ort. Die Schwalben flogen wie kleine Flitzeraketen übers Wasser, fast schon fürs bloße Auge zu schnell. Ich träume schon lange davon, mal ein gutes Foto von einer Schwalbe im Flug zu machen. Aber diese kleinen Teufel sind einfach SO SCHNELL! Mein Tele-Objektiv (das Nikon AF-S DX Nikkor 55-300 mm 1:4.5-5.6) hat leider einen dermaßen lahmen Autofokus, dass ich beim Versuch, etwas in Bewegung zu fotografieren, manchmal echt ausrasten könnte. Trotzdem habe ich ausdauernd versucht, die Schwalben zu erwischen. Das war ungefähr so einfach wie mit einem Trabbi einen Ferrari einzuholen. Und leider auch ungefähr so erfolgreich. Ich fürchte, den Traum träume ich noch ein wenig weiter, bis ich irgendwann eine bessere Tele-Linse kaufe.

Rauchschwalbe im Flug

Als ich am Teich saß, kam irgendwann ein junger Typ vorbei und setzte sich in einiger Entfernung auch ans Wasser. Er sang lauthals zu orientalischer Musik mit, die er offenbar über Kopfhörer hörte. Ich war leicht irritiert, aber es war irgendwie lustig, wie er da so inbrünstig rumjaulte. 😉 Beschallt von diesen teils etwas zweifelhaften Sangeskünsten saß ich also dort und beobachtete zwischen meinen vergeblichen Versuchen, die Schwalben zu fotografieren, die anderen Vögel am Teich. Irgendwann ließ sich sogar die Sonne blicken – endlich! Die beiden Schwäne setzten irgendwann zum Balztanz an, das hatte ich noch nie beobachtet. Die Fotos sind teilweise leider nicht ganz scharf, aber ich fand das Verhalten so schön anzusehen, dass ich euch trotzdem ein paar zeige.

Höckerschwäne bei der Balz im Erinpark Castrop-Rauxel

Höckerschwäne bei der Balz im Erinpark Castrop-Rauxel

Höckerschwäne bei der Balz im Erinpark Castrop-Rauxel

Höckerschwäne bei der Balz im Erinpark Castrop-Rauxel

Höckerschwäne bei der Balz im Erinpark Castrop-Rauxel

Höckerschwäne bei der Balz im Erinpark Castrop-Rauxel

Ich werde in den nächsten Wochen auf jeden Fall noch mal nachsehen gehen, ob die Schwanenküken schon geschlüpft sind. 😉 Nach getaner Arbeit und rituellem Gekuschel wurde der Schwanerich (Schwerpel? Schwanter? Wie heißt er nur? Ich konnte es nicht rausfinden^^) dann ganz schön ungemütlich. Alle Enten und Gänse mussten aus dem Wasser verjagt werden.

Höckerschwan greift an

Höckerschwan greift an

Ein paarmal ist er auch in meine Richtung geschwommen, ich habe dann immer schnell Vorkehrungen zum Aufspringen getroffen. Immerhin sind die Tiere mit bis zu 14 kg ganz schöne Brummer. Aber er ließ mich gnädigerweise sitzen. Den aufstrebenden Sangeskünstler auf der anderen Seite sogar auch. Wahrscheinlich dachte er sich, wer so schief singt, der kann nicht gefährlich sein.

Höckerschwan im Wasser

Zu diesem Zeitpunkt passierte es dann: Mein Kamera-Akku war leer. Und natürlich hatte ich keinen Ersatz-Akku dabei. Die restlichen Bilder habe ich daher alle mit dem Smartphone geschossen. Zum Glück ist die Bildqualität fast genauso gut wie bei meiner Nikon. Nur in der Nachbearbeitung gibt es ohne RAW-Format nicht ganz so viele Möglichkeiten.

Ich bin dann noch auf eine der beiden kleinen Halden auf dem Gelände geklettert und habe danach noch ein paar Kirschbaumfotos mit Sonnenschein geschossen.

Erinpark Castrop-Rauxel

Erinpark Castrop-Rauxel

Zeche Erin mit Kirschblüten

Zeche Erin mit Kirschblüten

Zeche Erin mit Kirschblüten

Erinpark Castrop-Rauxel

Danach habe ich noch einen kleinen Abstecher in den Castrop-Rauxeler Stadtgarten gemacht. Dort war ich vor zwei Wochen zum ersten Mal und fand es recht schön. Vor allem natürlich deshalb, weil dort mehrere Magnolien stehen.

Magnolien im Stadtgarten Castrop-Rauxel

Die Sonne war zwischendurch immer wieder hinter den Wolken verschwunden, und von dieser Ansicht habe ich leider kein Sonnen-Nachhol-Foto gemacht. Aber ich finde, man darf auch ruhig mal die überaus unsonnige Realität zeigen. Umso sonniger geht’s jetzt weiter:

Magnolie im Sonnenschein

Magnolie im Sonnenschein

Magnolie im Sonnenschein

Ich bin wirklich sehr verliebt in diese Bäume. Wer mir auf Instagram folgt, hat das eventuell schon an den letzten Fotos gemerkt. 😉 Ich freu mich jedes Jahr aufs Neue wieder auf diese schöne Blütenpracht, die ja leider immer nur recht kurz zu bewundern ist.

Magnolienblätter auf der Wiese

Weiße Magnolie

Weiße Magnolie

Magnolienblätter auf der Wiese

Sieht ein bisschen wie Konfetti aus, oder? Im Stadtgarten habe ich auch Familie Nilgans wieder getroffen, die ich vor zwei Wochen schon dort gesehen hatte. Die Küken sind in der Zwischenzeit echt ganz schön gewachsen! Und es sind auch immer noch alle sechs da. 🙂 Zum Vergleich noch ein Foto von vor zwei Wochen:

Nilgänse mit Küken

Da waren sie noch ganz klein und flauschig. Nr. 6 war hier gerade aus dem Bild gelaufen.

Familie_Nilgans_1

Eine der Kanadagänse ist irgendwann auf eins der Küken draufgesprungen, um es zu vertreiben. Das kam etwas unerwartet. Familie Nilgans ist daraufhin lieber woanders hingewatschelt. Hier habe ich mich auch ein Weilchen mit einer fremden Frau unterhalten. Ins Gespräch kamen wir über die Küken. Sie erzählte mir, dass sie jeden Tag eine Runde im Stadtgarten dreht und zeigte mir Fotos der Magnolien von vor einer Woche. Wirklich eine nette Begegnung. Sowas passiert mir nicht nur, aber doch eher, wenn ich alleine unterwegs bin.

Zum Schluss habe ich noch kurz bei Zeche Zollern angehalten. In der Straße vor dem Eingang blühten tatsächlich schon zwei Rhododendronbüsche! Dort hatte ich auch noch ein weiteres kurzes Gespräch mit ein paar Zechenbesuchern darüber, dass das doch ganz schön früh ist. Den Hummeln ist der Frühstart sicher ganz recht. 🙂

Hummel auf Rhododendronblüte

Hummel auf Rhododendronblüte

Rhododendron an Zeche Zollern

Rhododendron an Zeche Zollern

Das war mal ein feiner freier Tag. Die Sonne, die Wolken, die tierischen und menschlichen Begegnungen. Und natürlich die schönen Magnolien. Es stimmte alles. Bis auf diesen Gesang vielleicht, aber ein bisschen irre muss es ja auch mal sein. 😉 Ich freu mich schon sehr auf den restlichen Frühling und den Sommer. Da können noch viele kleine und große Ausflüge kommen!

Mehr Infos zum Erinpark findet ihr übrigens hier:

Mehr Infos zum Stadtgarten Castrop-Rauxel hier:

2 Kommentare

  1. Wow – tolle Fotos! Besonders die von den Schwänen sind genial! Der Schwampel, Schwänerich oder wie auch immer Du ihn bezeichnet hast, könnte theoretisch glaube ich auch ein Hahn sein… Vorausgesetzt mein Halbwissen als Hobby-Ornithologe stimmt da.
    Liebe Grüße
    Thomas

    • Danke Thomas! Das mit den Schwänen ist echt kompliziert. Ich hab gelesen, dass es sich um Gänse handelt, die zur Familie der Enten gehören. Hä? Wer soll da noch durchblicken?^^ Liebe Grüße!

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*