Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Bunter Tropfstein: Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle

Der Frühling lässt ja leider immer noch auf sich warten. Ich habe zwar schon Magnolienknospen gesichtet – aber die alljährliche Farbexplosion der Pflanzen steht bisher noch aus. In der Dechenhöhle im sauerländischen Iserlohn könnt ihr der Sehnsucht nach knalligen Farben derzeit Abhilfe schaffen. In der Tropfsteinhöhle gibt es noch bis zum 25. März 2016 eine ganz besondere Kombination zu sehen: uralte Tropfsteingebilde und moderne Lichtkunst in allen Farben des Regenbogens. Höhlenlichter heißt diese Veranstaltung, die es schon seit 2011 in der Dechenhöhle gibt. Die Lichtinstallationen stammen von Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld von World of lights. World of lights macht übrigens auch die Lichtkunst beim Winterleuchten im Dortmunder Westfalenpark und beim Parkleuchten im Essener Grugapark – fand ich ganz interessant!

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Special für Fotografiefreunde

Die Höhlenlichter 2016 laufen schon seit dem 25. Februar. Der Grund, warum ich den Blogpost darüber jetzt erst schreiben kann, ist: Ich war erst letzten Donnerstag bei einem besonderen Schmankerl für alle, die gerne und ausgiebig fotografieren. An allen Höhlenlichter-Donnerstagen gab es nämlich abends eine gesonderte Führung für Fotografen. Ich hatte am 25. Februar angerufen, um mich dafür anzumelden. Die ersten drei Termine waren da aber schon komplett ausgebucht, sodass ich erst letzte Woche zum Zuge kam. Auf twitter habe ich aber schon vorher lautstark auf die Höhlenlichter aufmerksam gemacht, weil ich von Anfang an total angetan von der Idee war. 🙂

Die Fotografen-Führungen (Eintritt 15 €, Anmeldung erforderlich) gehen 1,5 Stunden, das ist doppelt so lang wie die normalen Höhlenlichter-Führungen (Eintritt 7 €). Bei den normalen Führungen ist das Fotografieren übrigens auch erlaubt, was ich richtig super finde! In der Atta-Höhle in Attendorn ist es z. B. grundsätzlich verboten. Die Standard-Führung von 45 Minuten ist nur zeitlich ein wenig knapp zum Fotografieren. Wir waren sogar 2 Stunden in der Höhle, und ich hätte auch gut und gerne noch eine Stunde bleiben können, um noch mehr Fotos zu machen. Die Führungen sind keine klassischen Führungen mit Erklärungen, man darf sich zum Fotografieren verteilen. Der Höhlenführer passt vor allem auf, dass die Besucher nichts kaputt machen. Schließlich sind die uralten Tropfsteine kostbar und schützenswert.

[Ein kleiner Nachtrag noch zum Thema Fotografieren in der Dechenhöhle: Auf twitter hat mich @Ruhrgebiethalde darauf aufmerksam gemacht, dass das Fotografieren im Normalbetrieb nicht erlaubt ist. Das liegt vor allem daran, dass sonst die Führung auseinanderfällt und keiner mehr zuhört. Aaaber jetzt die gute Nachricht für alle Fotofreunde: Im Normalbetrieb könnt ihr auch gesonderte Foto-Führungen buchen. Dafür ist eine Anmeldung erforderlich und bezahlen müsst ihr zusätzlich zum Eintritt noch 40 € Aufpreis für die ganze Gruppe. Und dann habt ihr 45 Minuten Zeit, euch fotografisch auszutoben. Das finde ich eine super Lösung! 🙂 ]

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Für mich war es der erste Besuch in der Dechenhöhle – also auch meine ersten Höhlenlichter und meine erste Fotografen-Führung. In Sachen Lichtkunst-Fotografie war ich auch noch nicht so häufig unterwegs. Also ganz schön viele Premieren! Ich war teilweise auch etwas reizüberflutet von der Fülle an Motiven. Ich brauche eigentlich ein bisschen Ruhe, um meine Motive und meine Perspektiven zu finden. Die gab es im Zusammenspiel von insgesamt 20 Teilnehmern natürlich nur bedingt. Nach den 2 Stunden in der Höhle fühlte ich mich trotz der langen Zeit total gehetzt, als wäre ich auf den 400 Höhlenmetern nur von einem Bild zum nächsten gestürmt. Was der Wahrheit sogar einigermaßen nahe kommt. 😉

Ich hatte mir vorher auch in meiner Naivität vorgestellt, dass ich alles einfangen könnte, was die Höhlenlichter zu bieten haben. Von dieser Idee sollte man sich lieber verabschieden, es sei denn, man ist superschnell im Erfassen und Umsetzen von Bildmotiven oder hat sich das Ganze vorher schon mal angesehen. Mir hat es trotzdem Freude gemacht. Manchmal kann man eben nur eine Auswahl fotografieren. 🙂 Es war zwar teilweise etwas eng zwischen all den Stativen, aber man konnte eigentlich immer irgendwo anders hingehen, wo es dann leerer war. Nur ganz zum Schluss gab es einen Stau, weil zwei Installationen sehr nah beieinander am Höhlenausgang lagen. Noch toller wäre es natürlich, wenn statt 20 Teilnehmern nur 15 oder 10 dabei wären. Das wäre aber nur ein wirklicher Vorteil, wenn es dann mehr Führungstermine gäbe.

Erdgeschichte trifft moderne Lichtkunst

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Zurück zu den Höhlenlichtern an sich, ob nun mit Fotografen-Führung oder ohne. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis! Tropfsteinhöhlen finde ich sowieso super – davon habe ich am Ende dieses Posts schon mal geschwärmt. Tropfsteine sind faszinierende Gebilde, gegen die die Dauer eines Menschenlebens nicht mehr als ein mittlerer Wimpernschlag ist. Sie wachsen sehr langsam. Wie langsam genau, das ist bei jedem einzelnen Tropfstein etwas anders, weil das von mehreren Faktoren abhängt (mehr Informationen dazu findet ihr z. B. bei chemie.de). Grob gesagt reden wir hier aber von so marginalen Längen wie 8-15 mm in 100 Jahren. Wenn man sich dann anschaut, was für riesige Tropfsteine es in der Dechenhöhle gibt, kann man sich ungefähr vorstellen, in was für einer enormen Zeitspanne die gewachsen sein müssen. Laut Dechenhöhlen-Webseite ist der älteste Dechenhöhlen-Tropfstein, dessen Alter bestimmt wurde, 500.000 Jahre alt, die jüngsten 10.000. Ich möchte ja ungern pathetisch klingen, aber ich erstarre da ein wenig vor Ehrfurcht und fühle mich klein und unbedeutend.

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Hoehlenlichter_2016_Dechenhoehle_6

Auf jeden Fall sollte man die Lehre daraus ziehen, sich umsichtig in Tropfsteinhöhlen zu bewegen und nichts anzutatschen. Das kann nämlich ernsthafte Schäden zur Folge haben, angefangen von Verfärbungen und Wachstumsstörungen bis hin zum Abbrechen jahrtausendealter Tropfsteine. Und das will ja wohl niemand.

Die Höhlenlichter setzen diese altehrwürdige Tropfsteinkulisse nun also mit modernen Lichtinstallationen in Szene. Die Kombination macht echt was her. Unter der Erde erwartet man ja normalerweise nicht unbedingt eine solche Farbpracht. Zur Atmosphäre trägt außerdem noch ruhige Musik bei, wirklich schön. Wenn ich nicht so getrieben vom Fotografieren gewesen wäre, hätte ich mich da gut entspannen und berieseln lassen können. 😉

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Vielleicht gehe ich nächstes Jahr einfach zweimal hin, einmal zum Fotografieren und einmal zum Genießen. Außerdem möchte ich unbedingt auch einmal im Normalbetrieb eine Führung mit Erklärungen mitmachen. Die Räume und auch einzelne Tropfsteinformationen haben nämlich eigene Namen, was ich in der Atta-Höhle in Attendorn schon witzig fand. Einen Einblick gibt es hier, aber bei einer Führung vor Ort ist sowas immer noch viel spannender zu sehen.

Bevor ich noch ein paar weitere Impressionen von den Höhlenlichtern 2016 zeige, noch eine kurze Anekdote zum Thema Foto-Equipment: Pünktlich zum Beginn der Führung gab unser Stativkopf den Geist auf. Das Stativ war schon immer ein bisschen klapprig, aber mit lockerem Stativkopf war es dann echt mühselig. Ich habe bestimmt zwei Drittel der Zeit trotzdem noch mit dem Stativ fotografiert, weil ich dachte, sonst werden die Bilder nichts in der dunklen Höhle. Mein Freund fotografierte allerdings von Anfang schon ohne Stativ, weil wir eben generell nur eins haben, und das ging sonderbarerweise recht gut. Also habe ich irgendwann dann auch ohne fotografiert, und die Fotos sind trotzdem ganz ok geworden. Mit ISO 400-1000, kleiner Blende und relativ kurzer Belichtungszeit, um nichts zu verwackeln. Es war definitiv möglich, hätte ich nicht gedacht.^^

Jetzt aber zu den restlichen Fotos:

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Höhlenlichter 2016 in der Dechenhöhle Iserlohn

Na, findet ihr hier die versteckte Führungsteilnehmerin? Wenn ihr euch die Höhlenlichter in diesem Jahr noch ansehen möchtet, habt ihr bis zum 25. März 2016 täglich zwischen 16 und 19 Uhr noch die Chance dazu. Kartenzahlung ist übrigens leider nicht möglich. Wer es diese Woche nicht mehr schafft: Sicher geht die Veranstaltung 2017 wieder in eine neue Runde.

Ich finde das Veranstaltungsprogramm in der Dechenhöhle auch generell recht interessant. Für Erwachsene gibt es z. B. Konzerte und Whisky-Tastings, für Kinder Ostereier-Suchen, Erlebnis-Führungen und ein Laternenfest zu St. Martin. In der Weihnachtszeit gibt es weihnachtliche Führungen bei Kerzenlicht und Musik, das stelle ich mir auch schön vor. Ich werde langsam zum richtigen Tropfsteinhöhlen-Fan und werde bestimmt noch mal wiederkommen!

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