Blick aufs die Nordsee bei Norddeich

An der Nordseeküste: Norddeich

Im letzten Sommer war ich für einen spontanen Kurzurlaub an der Nordsee: zwei Tage Norddeich, zwei Tage Greetsiel. Heute erzähle ich euch von Norddeich. Wie es in Greetsiel war, könnt ihr in diesem Blogbeitrag nachlesen.

Norddeich ist ein Stadtteil der Stadt Norden und liegt im Nordwesten Ostfrieslands direkt am Meer. Die meisten kennen den Ort wahrscheinlich deswegen, weil von dort aus die Fähren nach Juist und nach Norderney abfahren. Einen weitläufigen Sandstrand gibt es in Norddeich leider nicht, nur einen relativ kurzen, mit Sand aufgeschütteten Abschnitt. Ein Teil davon ist aber auch für Hunde offen. Klingt nicht gerade nach dem tollsten Urlaubsziel? Falsch! Ich denke gerne an unseren kurzen Trip dorthin zurück. Schließlich ist man auch ohne endlosen Sandstrand immer noch direkt an der Nordsee. Und das Stapfen durch das Wattenmeer hat auch so tierisch Spaß gemacht! Unsere Unterkunft war außerdem total klasse, mit einem schönen, großen Zimmer und einem super Frühstücksbuffet. Ich habe mich da richtig wohlgefühlt. Der einzige Haken: Mit etwa 1 km bis zum Strand war es dann doch zu Fuß immer ein bisschen weit. Vor allem bei Schietwetter.

Drei Menschen sitzen auf dem Deich in Norddeich

Das Wetter war damals ziemlich durchwachsen. Aber zwischen typisch norddeutschem Schietwetter mit heftigem Wind und Regen kam auch mal die Sonne raus. Trotzdem mussten wir irgendwann einsehen, dass wir jackentechnisch nicht besonders gut ausgerüstet waren. Ohne winddichte Jacke zur Nordsee zu fahren, war im Nachhinein natürlich auch ziemlich blauäugig… nachdem wir uns beide eine gekauft hatten, war es dann deutlich angenehmer, draußen unterwegs zu sein.

Zwei Möwen im Flug

Möwen gab es natürlich so einige zu sehen, in allen möglichen Formen und Varianten. Die großen Silbermöwen habe ich am häufigsten gesehen. Den meisten war eins gemeinsam: der grimmige Gesichtsausdruck…

Silbermöwe im Flug

Silbermöwe wird nass und sieht unerfreut aus

Silbremöwe keckert vor glitzerndem Wasser

Silbermöwe schreitet durchs Wattenmeer

Es gibt auch eine Seehundaufzuchtstation in Norddeich! Dort werden Heuler aus dem ganzen Nationalpark Wattenmeer hingebracht. Sie werden dann aufgepäppelt, großgezogen und irgendwann wieder zurück in die freie Natur entlassen. Während die Tiere in der Seehundstation sind, kann man sie sich anschauen. Als wir dort waren, wurde unglücklicherweise gerade das Becken mit den großen Panaromascheiben renoviert und man konnte die kleinen und mittleren Seehunde nur sporadisch beobachten.

Auch unglücklicherweise hatte ich mir gleich am ersten Abend unglaublich den Magen verdorben. Ich weiß nicht mehr genau, wie die Pizzeria hieß, ich hab da auf jeden Fall den übelsten Fraß hingestellt bekommen. In Öl schwimmende Nudeln mit Unmengen Knoblauch (Knoblauchzehen in Scheiben. Viele Scheiben…). Mit dem heutigen Wissensstand würde ich sowas einfach wieder zurückgehen lassen. Habe ich damals leider nicht. Und dann hatte ich danach noch zwei Tage lang Bauchschmerzen… Das war auch der Grund, warum wir leider nicht für einen Ausflug nach Norderney rübergefahren sind. Ich hab mich mit dem angegriffenen Bauch nicht aufs Schiff getraut. Sehr schade, war aber für mein Wohlbefinden sicher besser so.

Die Laune habe ich mir davon trotzdem nicht vermiesen lassen (worauf ich auch im Nachhinein echt stolz bin^^). Ich hatte auch sehr viel Spaß am Fotografieren in diesem Urlaub, was nicht immer der Fall ist. Manchmal ist es mir einfach zu anstregend, immer die Kamera mitzuschleppen, und ich nehme nur das Handy mit. Aber hier war das alles kein Problem – lag wahrscheinlich am Meer und an den Küstenvögeln. Beides gibt’s schließlich zuhause nicht.

Strandpromenade in Norddeich

Kitesurfer in Norddeich

Austernfischer mit einem Wurm im Schnabel

Der Wellenbrecher in Norddeich vor stürmischem Himmel

Glitzerndes Wattenmeer

Ein Schiffchen im Wattenmeer in Norddeich

Ich mag vor allem das letzte Bild mit dem Schiffchen, weil es so schön luftig-leicht-meeresbrisig aussieht. So erinnere ich mich am liebsten an Norddeich! Dass ich das Foto nicht sofort machen konnte, weil ein paar Meter dahinter ein Kind der Länge nach in die Matsche gefallen war und erst mühsam von seinem Vater wieder an Land gelotst werden musste, ist zwar auch eine damit verbundene Erinnerung – aber luftig-leicht-meeresbrisig habe ich es dann doch lieber. 😉

Ein bunter Lenkdrache vor grauem Himmel

Was sich bestimmt auch lohnt, ist das internationale Drachenfest, das jedes Jahr in Norddeich stattfindet. Dann tummeln sich zahlreiche bunte Fluggeräte am Norddeicher Himmel. Da ist es dann auch egal, ob der Himmel kaiserliches Blau oder Schietwetter-Grau zu bieten hat. 2016 findet das Fest vom 5. bis 8. Mai statt. Ich nehme allerdings mal an, dass man sich frühzeitig um die Unterkunft kümmern sollte. Hier gibt es z. B. eine Übersicht über die Übernachtungsmöglichkeiten in Norddeich. Zur Not kann man ja aber auch noch in der Umgebung unterkommen und dann mit dem Auto rüberfahren.

Blick auf die ruhige Nordsee bei Norddeich am Abend

Mir hat mein kurzer Aufenthalt in Norddeich gut gefallen, trotz Bauchweh, Schietwetter und Seehundstation ohne tollen Seehundblick. Jetzt, wo die Seehundstation fertig renoviert wurde und man die kleinen Seehunde wieder super beobachten kann, lohnt sich ein Kurztrip nach Norddeich bestimmt. Und so ein Tagesausflug nach Norderney macht doch auch was her! Aber esst bloß vorher keine Nudeln, die in Öl schwimmen. 😉

2 Kommentare

  1. Jedes Mal wenn ich zu einer Freundin nach Bremen fahre und als Endstation Norddeich Mole an der Bahns steht frage ich mich… Was es da wohl gibt 🙂 Jetzt weiß ich es – vielleicht sollte ich mal bis zum Ende durchfahren 🙂

    • Oh ja, das klingt nach ner guten Idee! Du hast es ja noch eine Ecke näher zur Nordsee. Ich fand vor allem diesen Wellenbrecher toll, der biegt sich so hübsch in die Landschaft 🙂

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